Das Atelier
Das Atelier befindet sich im Keller unseres Hauses (ohne Lift). Es ist gut ausgeleuchtet und bietet Platz für fünf Malende. Durch seine Kargheit und Konstanz begünstigt das Malatelier einen leichteren Zugang zu inneren Prozessen. Es ist somit an die Tradition des Malortes, der Malhöhle oder des “Closlieu”, von Arno Stern angelehnt. Im Zentrum des Malraumes befindet sich der Palettentisch mit 21 hochwertigen Gouache Bioresonance Therapiefarben. Es stehen Pinsel, Malkittel und diverse Malutensilien zur Verfügung. Es ist somit nicht nötig etwas mitzubringen.
Gemalt wird im Stehen auf großem, sehr festem weißem Papier im Format 100 x 70 cm, das Papier wird auf große Maltafeln gepinnt.
Das Atelier ist ein geschützter Ort in dem unabhängig von Können und Begabung innere Bilder einen Ausdruck finden.
Die Methode
Die Methodik des Begleiteten Malens, bzw. der Personenorientierten Maltherapie, nach Bettina Egger wird der humanistisch orientierten Kunsttherapie zugeordnet. Im Gegensatz zu der analytisch orientierten Kunsttherapie, bei der vor allem das Bild auf Aufbau, Inhalt, Farbe usw. hin untersucht und gedeutet wird, wird in der humanistisch orientierten Kunsttherapie auf eine Deutung seitens der Maltherapeutin verzichtet und der Bildprozess, das Entstehen und Erleben, während des Malens in den Fokus gestellt. Kunsttherapie ist keine Psychotherapie.
Die Aufgabe der Malenden ist es ein Bild zu malen.
Diese Bilder machen inneres Erleben sichtbar und spürbar für die Malenden im Malprozess, es können Gefühle auftauchen, Freude - Traurigkeit, Zufriedenheit - Unzufriedenheit, innere Ruhe - Unruhe, Erleichterung - Beklemmung, inneres Gleichgewicht - Zorn, Wut und vieles mehr.
Manchmal steigen Erinnerungen auf, längst Vergessenes meldet sich, hat vielleicht einen Bezug zur momentanen Lebenswirklichkeit.
Auch körperliche Wahrnehmungen, wie plötzliche Energie oder große Müdigkeit, Bewegungsdrang oder Ruhebedürfnis, ein Kratzen im Hals, Leichtigkeit, usw. können auftreten.
Es lohnt sich genau hinzuspüren und eventuelle Widerstände zu überwinden. Es zeigt sich etwas aus dem Unbewussten, wird bewusster, wenn wir dem nachspüren.
Die Malenden können besseren Zugang zu inneren Kraftquellen und Ressourcen gewinnen. Die schöpferischen Potentiale im Unbewussten finden so ihren Weg ins Bewusstsein. Die Resilienz wird gestärkt.
„Bild und Realität stehen in einer geheimnisvollen, nie endgültig festlegbaren Beziehung zueinander. Das Bild ist nie nur ein gemachtes Objekt, es gestaltet unser Sehen und wir unser Sehen in ihm. Nicht nur wir blicken das Bild an, es schaut auch uns an.“
Die Hand darf frei von ästhetischen Ansprüchen mit den Fingern oder mit dem Pinsel ihre Farbspuren auf dem weißen Blatt hinterlassen. Das Motiv darf so sein wie es kommt. Völlig wertfrei. Skizzieren und Vorlagen sind eher hinderlich, engen den inneren Ausdruck ein und begrenzen durch rationale Überlegungen. Auch der Bildträger, also die Farbwahl und Konsistenz der Farbe wirken auf unser inneres Erleben, sowie auch Inneres nach außen.
„Die Farbsubstanz selbst ist von Bedeutung. Farbe ist sinnliche Qualität, Substanz der Malerei, nicht nur Eigenschaft von Gegenständen, die zur Darstellung kommen. Die primäre Dichte ist erforderlich, um die Kraft und Wirkmächtigkeit von Farbe erleben zu können, um zu erfahren, dass die Farbsubstanz ein Eigenleben hat, sie mit uns verfährt, nicht nur wir mit ihr.“